Rechtsbranche erklärt KI-Einführung zur Pflicht, während Kundendruck zunimmt
Alvin Lang 03.04.2026 15:37
Führende Kanzleimanager sagen, dass KI sich von experimentell zu essenziell gewandelt hat, wobei Kunden jetzt fragen, wie Kanzleien KI nutzen, nicht ob sie sie nutzen.
Die Rechtsbranche hat eine Schwelle überschritten. KI-Tools sind nicht länger Pilotprojekte oder Innovations-Theater – sie werden zu Grundvoraussetzungen für wettbewerbsfähige Anwaltskanzleien, so leitende Führungskräfte zweier großer Kanzleien.
Emma Dowden, Chief Operating Officer bei Burges Salmon, und David Wakeling, Partner und Global Head of AI Advisory Practice bei A&O Shearman, skizzierten den rasanten Wandel beim Harvey FORUM in London. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Kunden haben aufgehört zu fragen, ob Kanzleien KI nutzen. Sie fragen wie.
Von Experimenten zu Erwartungen
Wakeling bezeichnete die erste Begegnung seines Teams mit GPT-4 in einem rechtlichen Kontext als den Moment, in dem sich alles änderte. Die Fähigkeiten der Technologie waren nicht die Überraschung – entscheidend war die Erkenntnis, dass dies kein Tool war, das man am Rande testen konnte. Es erforderte von Tag eins an eine ernsthafte Integration.
Dowden sieht die operative Realität klar. „KI ist nicht länger etwas, das Kanzleien als optional oder experimentell positionieren können", bemerkte sie und beschrieb, wie es jetzt die Servicebereitstellung, den Kanzleibetrieb und die Bewertung ihrer Berater durch Kunden beeinflusst.
Die Technologie durchdringt gleichzeitig drei Dimensionen: Geschäftsmodelle, tägliche Praxis und Kundenerwartungen. Das letzte Element könnte am wichtigsten sein. Wenn Rechtsabteilungen von Unternehmen beginnen, externe Berater teilweise an ihrer KI-Expertise zu messen, verschieben sich die Wettbewerbsdynamiken schnell.
Die strukturellen Hürden
Die Ökonomie von Anwaltskanzleien schafft Reibung. Partnerschaftsstrukturen, jährliche Gewinnzyklen und undurchsichtige ROI-Berechnungen machen langfristige Technologieinvestitionen wirklich schwierig. Fügt man Senior-Partner hinzu, die sich unsicher über Technologie fühlen, die sie nicht vollständig begreifen, plus Angst auf Associate-Ebene vor Arbeitsplatzverdrängung, hat man organisatorischen Widerstand auf mehreren Fronten.
Kanzleien, die Fortschritte machen – Burges Salmon und A&O Shearman gehören dazu – gehen sowohl technische als auch menschliche Herausforderungen an. Sie bewegen sich über verstreute Experimente hinaus hin zu koordinierten Strategien mit tatsächlicher Governance. Interne Champions treiben die Einführung voran. Investitionen fließen in die Kompetenzentwicklung im großen Maßstab.
Das bedeutet Einstellungen über traditionelle Rechtstalente hinaus. Entwickler, Datenspezialisten und multidisziplinäre Teams übersetzen nun KI-Fähigkeiten in funktionierende Arbeitsabläufe.
Expertise wird neu definiert
Die Natur rechtlichen Mehrwerts verändert sich. Solide Analysen zu erstellen ist offensichtlich immer noch wichtig. Aber zu wissen, wie man effektiv mit KI-Systemen arbeitet – sie zu lenken, ihre Ergebnisse zu bewerten, sie in die Kundenbetreuung zu integrieren – wird zu einer separaten und vermarktbaren Fähigkeit.
Keine der Führungskräfte behauptete, dass KI rechtliche Kernarbeit ersetzt hat. Aber sie verändert, wie diese Arbeit geschieht und wie Kanzleien um Mandate konkurrieren. Die unbequeme Wahrheit für Zögernde: Die Entscheidung, sich nicht zu engagieren, wird mit jedem vergehenden Quartal schwieriger zu verteidigen.
Für Krypto- und Fintech-Unternehmen, die externe Rechtsberatung suchen, ist dieser Trend direkt relevant. Rechtsberater, die im Umgang mit KI-Tools versiert sind, werden wahrscheinlich schnellere Bearbeitungszeiten bei behördlichen Einreichungen, Vertragsüberprüfungen und Compliance-Arbeiten liefern – Bereiche, in denen Geschwindigkeit oft den Wettbewerbsvorteil bestimmt.
Bildquelle: Shutterstock- ki
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