X (früher Twitter) steht im Mittelpunkt einer wichtigen Technik-Debatte. Elon Musk hat vor Kurzem angekündigt, dass der Empfehlungs-Algorithmus der Plattform, der die Verteilung von Beiträgen und Werbung steuert, in sieben Tagen als Open Source veröffentlicht wird. Alle vier Wochen soll es Aktualisierungen geben, mit genauen Entwickler-Notizen, die Änderungen erklären.
Dieser Schritt wird als Zeichen für mehr Transparenz gesehen. Direkt nach der Ankündigung gab es Reaktionen von Nutzerinnen und Nutzern, Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Kritikerinnen und Kritikern.
Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat sich geäußert. Er unterstützt die Idee vorsichtig, weist aber auf einen wichtigen Punkt hin: Transparenz bedeutet mehr, als nur Code zu veröffentlichen.
Er betont, dass so Nutzerinnen und Nutzer, die sich „Shadow-Banned” oder benachteiligt fühlen, nachvollziehen könnten, warum ihre Beiträge bestimmte Menschen nicht erreichen.
Reaktionen aus der Community zeigen, wie schwer es ist, Offenheit und Nutzbarkeit in Einklang zu bringen. Blockchain-Analyst ZachXBT wünscht sich einen weniger sensiblen Feed. Klicke man auf Beiträge, die nicht zu den üblichen Interessen passen, bekomme man zu viele ähnliche Empfehlungen und sieht oft die Beiträge von abonnierten Accounts nicht mehr.
Andere Mitglieder der Community gehen einen Schritt weiter. Sie schlagen kryptografische Beweise für die Zusammenstellung der Feeds vor.
Nicht alle sind begeistert von komplexen Algorithmen. Manche Nutzerinnen und Nutzer finden, dass die Sortierung der Feeds einfacher sein könnte – auf Basis von Abos, Likes, Zeitstempeln und automatisch erkannten Themen, statt durch komplizierte Modelle.
Dieser Ansatz könnte nachvollziehbare und überprüfbare Feeds ermöglichen, ohne dass der Umgang für die Nutzenden schwieriger wird.
Die Debatte spiegelt einen längeren Austausch zwischen Musk und Buterin wider. Buterin hat X schon öfter kritisiert. Er warnt vor Algorithmen, die auf Provokation oder willkürliche Unterdrückung von Beiträgen setzen. Gleichzeitig erkennt er Musks Einsatz für freie Rede an.
Buterin hat sich außerdem für ZK-Proofs bei Algorithmen und für eine fest hinterlegte Zeitangabe auf der Chain ausgesprochen, damit Inhalte nicht heimlich von Servern entfernt werden. Aus seiner Sicht helfen solche Maßnahmen dabei, Vertrauen und Verantwortung zurückzubringen.
Musks Plan könnte ein neuer Schritt für transparente Algorithmen sein. Doch Stimmen aus der Krypto- und Entwickler-Community meinen, dass offener Code nur der Anfang ist.
Wenn man Ergebnisse nicht selbst überprüfen oder Daten nicht selbst nachsehen kann, bleiben die Verantwortlichen der Plattform im Vorteil. Eine wirklich transparente Version von X (Twitter), sagen sie, würde Nutzerinnen und Nutzern Folgendes ermöglichen:
So eine Vision könnte das Vertrauen in soziale Medien völlig verändern. Sobald der Open-Source-Start kommt, schauen alle genau hin: Kann Musk sein Versprechen einer überprüfbaren Plattform halten – oder bleibt X ein Ort voller Vermutungen statt echter Rückverfolgbarkeit?
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