Krypto-Fonds verzeichneten ihre größten wöchentlichen Abflüsse seit Mitte November 2025. Insgesamt wurden 1,73 Milliarden USD abgezogen. Das zeigt, dass die Stimmung im Krypto-Markt weiterhin wenig risikofreudig ist. Drei Gründe erklären diesen Rückzug.
Das Ausmaß und die Breite der Abhebungen zeigen, dass der Markt weiterhin Schwierigkeiten hat, Vertrauen zurückzugewinnen. Zudem herrscht weiterhin Unsicherheit in der Weltwirtschaft und die Geschichte von Krypto als „sicherer Hafen“ schwindet.
Laut dem aktuellen CoinShares-Bericht fand der Verkauf vor allem in den USA statt. Dort lagen die Abflüsse bei fast 1,8 Milliarden USD.
Betrachtet man die einzelnen Anlagen, war der Rückzug breit gefächert. Bitcoin führte den Rückgang mit Abflüssen von 1,09 Milliarden USD an.
Auffällig ist: So starke Abflüsse aus Bitcoin-Produkten gab es zuletzt Mitte November 2025. Das deutet darauf hin, dass sich die Stimmung noch nicht vom Kurseinbruch im Oktober erholt hat.
Short-Bitcoin-Anlageprodukte verzeichneten kleine Zuflüsse von 0,5 Millionen USD. Dennoch zeigt das Ungleichgewicht, dass Anleger eher defensiv vorgehen – nicht unbedingt, weil sie von fallenden Kursen überzeugt sind.
Ethereum folgte dicht dahinter mit 630 Millionen USD an Abflüssen. XRP wies einen geringeren Rückgang auf: 18,2 Millionen USD flossen aus den Produkten ab.
Die Daten zeigen, dass der Verkaufsdruck nicht auf eine einzelne Geschichte oder einen bestimmten Token beschränkt ist. Stattdessen gibt es eine allgemeine Neubewertung des Krypto-Anteils in verschiedenen Portfolios. Es gibt aber einige Ausnahmen.
Solche Aufteilungen zeigen, dass einige Bereiche des Marktes weiterhin Interesse wecken, besonders bei Anlegern, die nach relativer Stärke oder Blockchain-spezifischen Auslösern suchen.
Auffällig ist, dass die Krypto-Fonds-Flüsse der letzten Woche deutlich anders ausfielen als in der Woche, die am 17. Januar endete. Damals berichtete BeInCrypto, dass Krypto-Fonds Zuflüsse von bis zu 2,17 Milliarden USD verbuchten, wobei Bitcoin an der Spitze lag.
Vor diesem Hintergrund hebt James Butterfill, Forschungsleiter bei CoinShares, drei Hauptgründe für die Krypto-Abflüsse hervor.
Erstens haben schwindende Hoffnungen auf Zinssenkungen einen der wichtigsten bullischen Faktoren für Krypto geschwächt. Laut CME FedWatch Tool liegt die Marktchance für eine Zinssenkung der Fed nur bei 2,8 Prozent.
Da der Markt einen späteren Beginn für eine lockere Geldpolitik erwartet, geraten spekulative Anlagen und damit auch Krypto wieder stärker unter Druck – dies gilt insbesondere für große Investoren, die auf reale Renditen und Liquidität achten.
Zweitens sorgt die negative Kursentwicklung weiterhin für bärische Positionen. Da größere Kryptos seit dem Rücksetzer im Oktober 2025 keine anhaltenden Anstiege geschafft haben, bleiben trendfolgende und risikobewusste Strategien meist zurückhaltend.
Diese anhaltende bärische Stimmung sorgt dafür, dass es bei jeder möglichen Schwächephase zu stärkeren Krypto-Abflüssen kommt.
Drittens nennt Butterfill die wachsende Enttäuschung darüber, dass digitale Vermögenswerte bisher nicht an der Entwertung verdienen.
Trotz anhaltender staatlicher Defizite, hoher Staatsverschuldung und Sorgen vor langfristiger Geldentwertung hat Krypto bisher diese Rolle als Schutz vor Entwertung nicht klar zurückgewonnen.
Laut Butterfill bringt das einige Anleger dazu, die kurzfristige Bedeutung von Krypto in gemischten Portfolios infrage zu stellen.
Insgesamt zeigen die aktuellen Abflüsse, dass der Markt weiter auf einen Auslöser wartet. Solange sich die generellen Erwartungen nicht ändern, sich die Kursbewegung nicht beruhigt oder Krypto nicht wieder klar als wichtiger Faktor wahrgenommen wird, können Krypto-Fonds weiter unter Druck stehen.
Der Beitrag Krypto-Fonds verlieren 1,73 Mrd. USD: 3 Gründe treiben den Abverkauf an erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


