In den Jahren nach der GameStop-Handelseinschränkung von 2021 schlägt Robinhood-CEO Vlad Tenev vor, dass Blockchain-Technologie, insbesondere tokenisierte Aktien, eine Wiederholung dieses Chaos vermeiden könnte. Bei der Reflexion über den Vorfall verwies Tenev auf veraltete Finanzinfrastruktur als Hauptursache der Probleme. Er argumentierte, dass Tokenisierung helfen könnte, den Handel zu optimieren und die Risiken zu reduzieren, die zu den Handelsbeschränkungen bei GameStop (GME) und anderen Meme-Aktien führten.
Im Januar 2021 stoppte Robinhood Käufe von GameStop, was unter Privatanlegern Empörung auslöste. Tenev beschrieb die Situation als Ergebnis einer „langsamen, veralteten Finanzinfrastruktur" kombiniert mit einem beispiellosen Anstieg des Handelsvolumens. Der Broker sah sich massiven Sicherheitenanforderungen aufgrund des zweitägigen Handelsabwicklungssystems (T+2) gegenüber, was seine Betriebsfähigkeit belastete.
Dies führte dazu, dass Robinhood über 3 Milliarden Dollar an Notfallfinanzierung aufbringen musste, um den Betrieb fortzusetzen. Tenev räumte ein, dass viele Nutzer frustriert waren, insbesondere Privatanleger, deren Trades eingeschränkt wurden. Das Handelsverbot machte Millionen von Nutzern wütend, da sie nicht am Marktaufschwung rund um GameStop zu dieser Zeit teilnehmen konnten.
Tenev glaubt, dass die Verlagerung von Aktien auf Blockchain-Technologie durch Tokenisierung die Probleme lösen könnte, die während der GameStop-Handelseinschränkung auftraten. Tokenisierung bedeutet, einen Vermögenswert, wie eine Aktie, in einen Token umzuwandeln, der auf einer Blockchain operiert, wodurch lange Abrechnungszeiträume überflüssig werden. Dies würde Risiken für das System reduzieren und Anlegern erlauben, frei zu handeln, ohne Verzögerungen oder Einschränkungen.
Mit tokenisierten Aktien müssten Broker sich nicht mehr auf langsame und veraltete Infrastruktur verlassen, die oft zur Notwendigkeit von Notfallfinanzierung führen kann. Tenevs Vision umfasst ein System, bei dem Trades sofort abgewickelt werden, wodurch die zweitägige Wartezeit eliminiert wird, die Liquiditätsprobleme für Broker und Händler verursachen kann. Durch die Verkürzung der Abrechnungszeit auf Echtzeit könnten tokenisierte Aktien die Markteffizienz steigern.
Robinhood experimentiert seit einiger Zeit mit tokenisierten Aktien. Laut Daten von Entropy Advisors hat das Unternehmen fast 2.000 tokenisierte Versionen von US-Aktien und ETFs geprägt, mit einem Gesamtwert von fast 17 Millionen Dollar. Obwohl dies noch weit hinter Tokenisierungsführern wie xStocks und Ondo Global Markets liegt, ist es ein bedeutender Schritt in der Entwicklung des Blockchain-basierten Handels.
Tenevs Beitrag hob hervor, dass Robinhoods kommende Funktionen 24/7-Handel und DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Zugang umfassen würden. Das Unternehmen plant, Self-Custody, Kreditvergabe und Staking hinzuzufügen und in naher Zukunft mehr Optionen für Privathändler anzubieten. Tenev betonte jedoch, dass regulatorische Maßnahmen erforderlich sind, damit tokenisierte Aktien auf US-Märkten weit verbreitet werden können.
Tenev hat US-Gesetzgeber aufgerufen, den CLARITY Act zu verabschieden, der die SEC dazu veranlassen würde, Regeln für tokenisierte Aktien zu schaffen. Er glaubt, dass dies ein entscheidender Schritt zur Ermöglichung von Echtzeit-Abrechnung und einem effizienteren Markt für Privatanleger wäre. Ohne regulatorische Änderungen könnte das volle Potenzial tokenisierter Aktien auf dem US-Markt ungenutzt bleiben.
Der Beitrag „Tokenisierte Aktien könnten künftige Handelseinschränkungen vermeiden, sagt Robinhood-CEO" erschien zuerst auf CoinCentral.


