Abu Dhabis Mubadala-Fonds wurde in einem Schiedsverfahren im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des österreichischen Signa-Immobilienimperiums mehr als 700 Millionen Euro (825 Millionen US-Dollar) zugesprochen, teilte die Gläubigerschutzgruppe Creditreform am Dienstag mit.
Mubadala gehört zu mehreren internationalen Investoren und Gläubigern, die versuchen, Verluste aus einem der größten Immobilienpleiten Europas zurückzufordern.
Signa, gegründet vom Immobilieninvestor Rene Benko, besaß einst markante Gebäude in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen geriet Ende 2023 in die Insolvenz, nachdem steigende Zinsen und Kreditkosten die Gruppe in finanzielle Insolvenz getrieben hatten.
Creditreform, die die Interessen der Signa-Gläubiger vertritt, erklärte, dass sich das von der Internationalen Handelskammer überwachte Schiedsverfahren gegen Benko selbst, die Kerneinheiten der Signa Group und zwei Familienstiftungen richtete.
Die gesamte streitige Summe in dem Fall betrug etwa 900 Millionen Euro.
Die Internationale Handelskammer reagierte nicht umgehend auf Anfragen zur Stellungnahme. Mubadala lehnte eine Stellungnahme ab.
Es muss noch festgestellt werden, woher das Mubadala zugesprochene Geld kommen wird, obwohl einige Beobachter auf die Laura Private Foundation hingewiesen haben, die sich im Besitz der Familie Benko befindet und von ihr geführt wird.
Karl-Heinz Goetze vom Gläubigerverband KSV 1870 deutete an, dass die Stiftung die einzige Benko-Einheit mit ausreichend verbleibendem Vermögen sei.
Signas zwei Hauptimmobiliengeschäfte, Signa Prime Selection und Signa Development Selection, die die wertvollsten Stadtimmobilien und Entwicklungsprojekte der Gruppe hielten, wurden in diesem Fall von Zahlungs- und Kostenverpflichtungen verschont, sagten ihre Insolvenzverwalter.
Benkos Anwalt Norbert Wess sagte gegenüber Reuters, dass die Arbitrage-Klage gegen Benko selbst abgewiesen worden sei. Wess reagierte nicht umgehend auf eine weitere Anfrage zur Stellungnahme bezüglich der Laura Private Foundation.
Benko, einst einer der ambitioniertesten Immobilienentwickler Europas, befindet sich seit etwa einem Jahr in Haft. Er wurde zweimal wegen Betrugs im Zusammenhang mit Insolvenzfällen verurteilt. Er legt gegen beide Verurteilungen Berufung ein.
Der Zusammenbruch seiner Gruppe ließ Investoren, darunter große deutsche und Schweizer Unternehmen, mit Verlusten in Höhe von Hunderten Millionen Euro zurück.


